If you like Pina Coladas.

Ich esse einfach nichts, wenn ich viel zu tun habe und aufgeregt bin. Magen knurrt, Wolken im Kopf, aber es muss noch das und das gemacht werden und eigentlich kann ich jetzt nichts essen.

Alle zwei Tage Fotos mit Klebekram an die Wand pappen – die Performance.
Sehen Sie mich, wie ich mit drei Tonnen Gaffa jeden Tag zwei Wochen lang ein und das selbe Foto wieder anklebe, weil mein toter Vater keine Ruhe geben will und die Schwerkraft alles nach unten zieht – auch meine Laune.

Autosave-File vom d-lab2/3 der AgfaPhoto GmbH

Nach der Ausstellung habe ich meine Nachbarin an einem Sonntag im Hinterhof getroffen. Sie hat mich gefragt, was gut war und was nicht so gut. Großartige Frage. Ich war grad im Kopf mit der Ausstellung durch und hatte irgendwie noch nicht so richtig drüber nachgedacht. Jetzt schon:

Gut: tolle Menschen, interessante Gespräche, Gedankenzeug den anderen mitteilen; mal drüber nachdenken, was man da so macht, Öffentlichkeit ausprobieren, lernen, lernen lernen, Prosecco trinken, über und durch die eigenen Arbeiten kommunizieren können.

Autosave-File vom d-lab2/3 der AgfaPhoto GmbH

Nicht so gut: Hängung, zu kleine Formate, mehr drüber nachdenken, was man da eigentlich so macht, alles auf den letzten Drücker erledigen, Essen vergessen, Prosecco trinken.
Autosave-File vom d-lab2/3 der AgfaPhoto GmbH„So kommst du nirgendwo hin“ als Titel für eine Ausstellung klingt nicht besonders überzeugt. Ist es manchmal auch nicht. Mir ist es wichtig, kritisch mit dem zu sein, was man da macht, sich selber nicht zu ernst zu nehmen. Das nimmt den Spaß und die Flexibilität. Ich habe feststellen dürfen, dass die Gäste die Fotos völlig unterschiedlich betrachtet haben. Logisch, Geschmacksfrage. Aber es gab die, die nur drüber gucken, die ein Foto sehen, die sehen was drauf ist, es erkennen und dann das nächste ansehen. Und dann gibt es die, die Rätsel raten, die wissen wollen, was da los ist, die den Titel lesen, die nachdenken und spielen. Spielende Menschen, wie herrlich ist das? Das hat mich am meisten gefreut – mehr als jedes „Schöne Fotos!“ Es sind nämlich nicht alles schöne Fotos. Manche sind hässlich, unansehnlich, langweilig, kitschig, technisch schlecht, pathetisch, oder wirr. Deshalb sind sie in der Ausstellung gelandet. Autosave-File vom d-lab2/3 der AgfaPhoto GmbH
Merke: Nachts um zwei dann nochmal auf 500 Umdrehungen die Kamera auspacken, stößt bei Mitmenschen auf Ungnade.  Autosave-File vom d-lab2/3 der AgfaPhoto GmbH
Zustand Heimweg Vernissage (Symbolbild) Danke für die Eskorte und das Ertragen!Autosave-File vom d-lab2/3 der AgfaPhoto GmbH
Zur Finissage bin ich gefragt worden, was ich denn als nächstes plane. Wo meine Bilder nach dieser Ausstellung hinkommen. Erstmal in die Mappe. Die mag ich vorerst nicht mehr sehen. Ich habe Lust auf was neues. Filme selber entwickeln (so wie diesen), mehr serielles Arbeiten mit Projektcharakter und endlich noch mehr Menschen vor die Kamera holen, die das dann freiwillig machen. 🙂
Autosave-File vom d-lab2/3 der AgfaPhoto GmbH
Walter & Band mit Massen.

Technikgelaber:
Die Minolta hat sich auch mit mir als betrunkene Fotografin unter widrigen Lichtverhältnissen locker durch die 1/30 Sekunde geschlagen. Den Kodak T-Max habe ich neu ausprobiert und martialisch in den ADOX Adonal geworfen. Es kam kein Rauch, aber eine gehörige Portion Korn. Das führt die superteure Silberkristallbeschichtung, die ein feinstes Korn verspricht, ad absurdum. Aber ich bin zu geizig, um extra einen anderen Entwickler zu kaufen.

Send Nudes – Kaffeekodak

#nofilter

Endlich.

Autosave-File vom d-lab2/3 der AgfaPhoto GmbHAutosave-File vom d-lab2/3 der AgfaPhoto GmbH

Spaziergang mit Christian zum Lindener Hafen.
„Guck mal, ne‘ Banane.“
„Mega!“

Autosave-File vom d-lab2/3 der AgfaPhoto GmbH

„Bin ich auch mit auf dem Bild?“
„Nur wenn du auf den Kran kletterst.“

Morgen, am 29.04., ist das Ende meiner Ausstellung „So kommst du nirgendwo hin“. Zwei Wochen Bilder ausstellen und mit unterschiedlichsten Menschen unterschiedlichste Gespräche führen. Das war ziemlich gut und unheimlich bereichernd.
Ich freue mich auf morgen und wer auch noch Bilder schauen möchte, ist herzlich eingeladen ab 16 Uhr ins KrAss UnARTig Atelier am Weidendamm 30 in die Nordstadt von Hannover zu kommen.
Walter begleitet den Abschluss musikalisch am Piano. Manche Abzüge gibts auch zum Schnapperpreis, habe ich mir sagen lassen. 😉

Also bis morgen.

So kommst du nirgendwo hin – Ausstellung

Betrifft: Ausstellung.
Noch viel wichtiger als das Blaue Wunder und Visitenkarten ist für mich im April nämlich die lang ersehnte  Ausstellung beim KrAss UnARTig e.V.. Ich bin jedes Mal ein bisschen hibbelig, wenn ich dran denke und bin jetzt schon dankbar und voller Ehrfurcht für alle die mich unterstützen und das möglich machen.
Die letzten Tage waren Vorbereitung und Aufbau gewidmet.
Morgen, am 15.04. um 18 Uhr ist offizielle Eröffnung und jeder der es noch nicht mitbekommen hat, ist natürlich herzlich eingeladen. Bis zum 29.04. habt ihr die Gelegenheit euch in Ruhe verschiedenste Arbeiten der letzten zwei Jahre unter dem Titel „So kommst du nirgendwo hin“ zu gönnen.

Geöffnet ist bis zum 29.04. immer ab 17.15 Uhr bis 19.30 Uhr. Außer Sonntags und Ostermontag.

Hier gehts zur Facebook-Veranstaltung mit Adresse und weiterem Geschniggel.

Jedenfalls sind die letzten Tage und Wochen eine gute Gelegenheit, sich mal zu fragen, was genau man da eigentlich macht. Ganz sicher bin ich noch nicht, aber ich hoffe, dass sich viele interessante Gespräche ergeben werden. Bisher kann ich aber sagen, dass es sich lohnt, immer weiterzumachen, sich zu verbessern, umzudenken und künstlerisch zu verdichten.

Für Mai ist dann auch schon wieder eine Veranstaltung für die Hinterhof-Konzerte in the making. Diesmal kein Konzert, sondern eine Lesung. Das kann ich bereits verraten. Die Nachbarn schlackern schon mit den Ohren und ich freue mich auf zahlreiche Gäste.

Flyerfertig2

Pötzer Landwehr

Heute mache ich mal eine Ausnahme. Es gibt nicht Bilder von mir, sondern aus der Kamera meines Vaters. Ich finde sie so ungezwungen und gleichzeitig unheimlich kunstvoll, dass ich sie gerne zeigen möchte.
barnhimmelkerzespinne

Heute, am 02. Februar, wäre mein Vater 65 Jahre alt geworden. Leider ist er im November verstorben. Den Film habe ich aus seiner alten Minolta gerettet und er muss im Sommer 2016 belichtet worden sein.
Ich habe lange überlegt, ob das passt. Ob man das veröffentlichen kann. Ich habe mich dazu entschieden, weil mein Vater vielleicht doch einen gewissen Teil dazu beigetragen hat, dass ich jetzt so viel fotografiere.
Meine erste kindliche Begegung mit einer Kamera war die Cosina CT7, die in der Diele an der Garderobe hing. Vermutlich werde ich als kleines Mädchen unwissentlich den ein oder anderen Film ruiniert haben, weil ich öfter damit herumgespielt habe. Sie hat mich später – mittlerweile im Teenageralter –  auch in den ersten Berlinurlaub mitsamt Festival begleitet, weil im Verlustfall weniger kostspielig und insgesamt robuster als eine Digitalkamera. Im Studium sollte ich sie dann tatsächlich von meinem Vater geschenkt bekommen, als ich ihm am Telefon erzählte, dass ich Fotoseminare an der Uni besuche. Als ich das gute Stück letztes Jahr mit einem defekten Blitzgerät kurzgeschlossen habe, hat er zunächst versucht mir am Telefon zu helfen, sie zu reparieren. Als auch das aussichtslos schien, hat er mir einfach eine neue geschenkt. Es ist das selbe Modell.

Mein Vater war kein Künstler oder Fotograf, aber ich finde die Doppelbelichtungen ganz besonders. Es bedeutet für mich, dass jeder etwas machen – erschaffen kann, ungeachtet jeglicher Vorbildung, solange man Freude daran hat und wagt, etwas auszuprobieren. Aber sie sind auch deshalb besonders, weil sie voll sind mit persönlichen Erinnerungen: die Scheune an der Straße und der Blick aus dem Fenster in den Vorgarten, wo der Ranunkelstrauch blüht. Sogar an die Blattform der Zaubernuss erinnere ich mich.

Schneemann.jpgWinter 199? / Garten hinterm Haus

PS: Danke fürs Lesen. Es war mir wichtig, das alles zu zeigen und vielleicht hilft es auch ein bisschen, nicht mehr ganz so durcheinander zu sein. Nächste Woche – weniger melancholisch – wieder Fotos von mir.

Fotos von Beton – Ein Jahresabschluss

Während die Nudeln für den Silvesterbuffet-typisch-deutsch-Nudelsalat kochen, ist wohl die richtige Zeit für einen Jahresabschluss. Eigentlich war das gar nicht geplant. Ist ja eigentlich gar kein richtiger Blog hier, sondern mehr so ein Bildersammelsurium. Warum nicht mal anders nutzen? Dieses Jahr war nämlich noch mehr als bloß Fotos.

Zwei wunderbare Konzerte, eines im Februar mit Baby Kreuzberg zu Gast und im September mit viel Liebe und Motivation das Innenhofkonzert mit North Alone. Hold it, there’s more to come für die Zukunft.
Zum ersten Mal konnte ich ein Bild zu Geld machen. Und im neuen Jahr folgt noch eines.
Zum Jahresabschluss kam dann noch die sehr spontane und sehr kalte Ausstellungsmöglichkeit im Ihmezentrum dazu.
lampeaufgang

Und nicht zu vergessen inspirierende Menschen und liebe Menschen und unterstützende Menschen. ❤
Man soll ja die scheiß Herzen nicht vergessen.
Und die Visitienkarten.

Ich wünsche allen Verfolgern, Interessierten, Unterstützern, Freunden und Kritikern einen schönen, kontemplativen und ereignisreichen Jahreswechsel und viel Glück für 2017.
Die Nudeln kochen über…