Zuckerherzchen


Kleine Zuckerherzchen sind überall auf der Straße verstreut in pink, gelb, blau, rot.
Nichts ist süß wie Zuckerherzchen.
Wir schlendern durch die Trümmer, wie jeden Abend, wie bei einem Sonntagsspaziergang. Es ist ein Rundgang geworden. Wir suchen nach Veränderung. Unter Stans Sohlen knirscht der Schutt, wie Butterkekse die man zerkaut. Ich würde alles geben für den friedlichen Geschmack von Butterkeksen.
An manchen Stellen ist ein Durchkommen kaum möglich. Wir sind wie verwaiste Kinder, aber die Herzchen zeigen nicht den Weg nach Hause und der Regen macht sie weg. Sie zerfließen in traurige pastellfarbene Pfützen.
Ich möchte sie aufsammeln, in meiner Hand halten und ihre unbeschwerten Farben genießen, die Süße schmecken und endlich wieder etwas Schönes haben.
Autosave-File vom d-lab2/3 der AgfaPhoto GmbH
“Wir könnten ein Hündchen haben, Stanek.”
“Ich glaube nicht, dass wir hier noch einen Hund finden.”
“Warum nicht?”
“Sie werden sie essen.”
Und ich kann Stanek nur anstarren. Ich kann in seinen Augen sehen, dass es ihm Leid tut, das gesagt zu haben. Ich will keine Tiere essen, nie mehr und schon gar keinen Hund.
“Eher verhungere ich.” trotze ich.
Stanek pickt mit der Fingerspitze ein klebriges Zuckerherzchen aus dem Staub auf.
“Das ist sehr edel von dir.” brummt er beiläufig.
Ich mag sein Lob. Er denkt, dass ich nicht drumherrum kommen werde, aber das sagt er nicht. Damit ich nicht noch trauriger werde.
“Würdest du einen Hund essen, Stanislav!?” Er legt sich den Zuckerstreusel auf die Zunge und sieht mich fest an. “Vermutlich schon. Wenn ich sehr verzweifelt wäre.”
“Und Menschen?”
“Kann ich nicht sagen.”
“Ich glaube, dass man es einfach macht. Da entscheidet man sich nicht. Der Hunger entscheidet für einen.”
Stanek zuckt mit den Schultern.
Wir beenden den Gang durch die Straßen und ich denke an einen flauschigen Hund, der uns warnen würde vor Plünderern und mit dem wir die Trümmer absuchen könnten.
Ich schreibe in mein Tagebuch, dass ich immer noch träume und ich frage mich, ob das ein gutes Zeichen ist. Wenn man Träume hat, dann hat man noch nicht aufgegeben. Ich nehme mir vor, Stanek nach seinen Träumen zu fragen.
Wir machen Feuer und während ich an weiches glänzendes Fell und eine feuchte Hundenase denke, schlafe ich ein. Als ich aufwache liegt Stanek auf der anderen Seite des Feuers. Ich kann nicht sehen, ob er schläft, oder in die Glut starrt.
Autosave-File vom d-lab2/3 der AgfaPhoto GmbH

So kommst du nirgendwo hin – Ausstellung

Betrifft: Ausstellung.
Noch viel wichtiger als das Blaue Wunder und Visitenkarten ist für mich im April nämlich die lang ersehnte  Ausstellung beim KrAss UnARTig e.V.. Ich bin jedes Mal ein bisschen hibbelig, wenn ich dran denke und bin jetzt schon dankbar und voller Ehrfurcht für alle die mich unterstützen und das möglich machen.
Die letzten Tage waren Vorbereitung und Aufbau gewidmet.
Morgen, am 15.04. um 18 Uhr ist offizielle Eröffnung und jeder der es noch nicht mitbekommen hat, ist natürlich herzlich eingeladen. Bis zum 29.04. habt ihr die Gelegenheit euch in Ruhe verschiedenste Arbeiten der letzten zwei Jahre unter dem Titel „So kommst du nirgendwo hin“ zu gönnen.

Geöffnet ist bis zum 29.04. immer ab 17.15 Uhr bis 19.30 Uhr. Außer Sonntags und Ostermontag.

Hier gehts zur Facebook-Veranstaltung mit Adresse und weiterem Geschniggel.

Jedenfalls sind die letzten Tage und Wochen eine gute Gelegenheit, sich mal zu fragen, was genau man da eigentlich macht. Ganz sicher bin ich noch nicht, aber ich hoffe, dass sich viele interessante Gespräche ergeben werden. Bisher kann ich aber sagen, dass es sich lohnt, immer weiterzumachen, sich zu verbessern, umzudenken und künstlerisch zu verdichten.

Für Mai ist dann auch schon wieder eine Veranstaltung für die Hinterhof-Konzerte in the making. Diesmal kein Konzert, sondern eine Lesung. Das kann ich bereits verraten. Die Nachbarn schlackern schon mit den Ohren und ich freue mich auf zahlreiche Gäste.

Flyerfertig2

Ferocious killer in a furry coat

blondie2Blondie / Minolta X700 / Rokkor MD 50mm / Kodak Gold

„Kommst du vorbei und fotografierst meine Gitarre?“

„Klar.“

„…“

„OMG! Katzen!“ (So ungefähr lief das neulich.)

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Blondies Schwester Killer  / Nikon D3000 / Kitobjektiv / RawTherapee

Die junge Dame hat ihrem Namen alle Ehre gemacht und sich nach einer halben Stunde Streichelsession einfach in meiner Hand verbissen. Blöde Zicke!

bvlondie
Blondie hat dann nochmal mimisch meinen Gemütszustand zusammengefasst. Mit blutiger Hand. In Gedanken bei der letzten Tetanusimpfung.

Gitarre? Welche Gitarre?

Wer jetzt aber trotzdem Musikinstrumente sehen will, bitte hier entlang oder hier.
Da versteckt sich auch eine Paula und ein Tele-Stratocaster-Hybrid.
Schönes Wochenende.