The Aftermath – Zu Tisch

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Vielen Dank an die Keller III – Crew, besten Dank an Sophia, die sich so hingebungsvoll um alles und alle gekümmert hat. Die Organisation war on point und die zwei Wochen waren eine super Zeit im Keller. 🙂 Danke auch an alle Mitkünstler, Gäste, neue Kontakte und Freunde für die guten Gespräche und den regen Austausch und fürs Dasein.

Techtalk: Photos – Minolta X700 / f1.7 / CineStill800T@1600
Soll ja keiner sagen, ich hätte in den zwei Wochen im Keller nur getrunken und geraucht.

Mimi


„Alle gehen irgendwohin, machen irgendwas schönes und ich sitze hier, die Katze auf dem Arm und winke über den Gartenzaun hinweg. Eine sichere Grenze die mich davon trennt, die Welt zu erkunden und zu betreten. Eine Grenze zwischen meinem vorhersehbaren Leben und der schrecklichen Welt und ihren feindlichen Menschen. Ich bleibe zurück und halte die Stellung, während andere ihr Leben leben, bin ich auf Abruf bereit, stets vorsichtig mit fragend erhobenem Zeigefinger.

Ich frage Mimi, was schon passieren soll. Und sie sagt nichts. Mimi fragt sich nicht, ob sie zurück bleibt. Sie jagt Mäuse und legt sie mir auf die Fußmatte, wo ich sie gut sehen und Mimi loben kann. Eine Katze braucht Lob, wenn sie einem ein Geschenk macht. Sie ist froh, wenn sie Lob kriegt, dann mauzt sie noch energischer mit ihrem Katzenstimmchen. Und ich entsorge dann den kleinen Mäusekadaver und tätschele mein Kätzchen für jedes weitere kleine Leben, dass es aushaucht.

„Gut gemacht.“ Mimi schleicht mir verstohlen um die Beine.

Die Spitzmäuse findet sie nicht mal lecker. Die fängt sie nur meinetwegen. Wenigstens jemand, der mich nicht vergessen hat. Ich bin sicher, wenn sie mich nicht hätte, hätten mehrere hundert Spitzmäuse ihr Leben noch nicht gelassen.

Und dann mache ich mich auf den Weg und Mimi steht am Tor, durch das ich eben geschritten bin und ich frage sie, ob sie mitkommen will, aber sie sagt, dass die Welt zu groß ist für eine kleine Katze. Ich finde das nicht und ich möchte sofort wieder zurück hinter den Zaun, in meine Sicherheit, mit Mimi hinaus schauen, während andere vorbei ziehen, ihnen winken und einen gute Reise wünschen. Wenn man weggeht, nimmt man immer etwas mit, mindestens einen Pullover, oder eine Zahnbürste. Weder das eine noch das andere habe ich eingepackt. Ich kann also noch nicht los.

„Meinst du es wird regnen?“

„Mau.“ macht Mimi fragend.

Also kein Regen, oder vielleicht doch, woher soll sie das schließlich wissen. Ich weine um Mimi, als ich dem Weg folge. Wie lange ist man unterwegs? Und wie lange hält so ein Katzenleben eigentlich? Mir landen die ersten Tropfen im Haar.“
Autosave-File vom d-lab2/3 der AgfaPhoto GmbH

2017

If you like Pina Coladas.

Ich esse einfach nichts, wenn ich viel zu tun habe und aufgeregt bin. Magen knurrt, Wolken im Kopf, aber es muss noch das und das gemacht werden und eigentlich kann ich jetzt nichts essen.

Alle zwei Tage Fotos mit Klebekram an die Wand pappen – die Performance.
Sehen Sie mich, wie ich mit drei Tonnen Gaffa jeden Tag zwei Wochen lang ein und das selbe Foto wieder anklebe, weil mein toter Vater keine Ruhe geben will und die Schwerkraft alles nach unten zieht – auch meine Laune.

Autosave-File vom d-lab2/3 der AgfaPhoto GmbH

Nach der Ausstellung habe ich meine Nachbarin an einem Sonntag im Hinterhof getroffen. Sie hat mich gefragt, was gut war und was nicht so gut. Großartige Frage. Ich war grad im Kopf mit der Ausstellung durch und hatte irgendwie noch nicht so richtig drüber nachgedacht. Jetzt schon:

Gut: tolle Menschen, interessante Gespräche, Gedankenzeug den anderen mitteilen; mal drüber nachdenken, was man da so macht, Öffentlichkeit ausprobieren, lernen, lernen lernen, Prosecco trinken, über und durch die eigenen Arbeiten kommunizieren können.

Autosave-File vom d-lab2/3 der AgfaPhoto GmbH

Nicht so gut: Hängung, zu kleine Formate, mehr drüber nachdenken, was man da eigentlich so macht, alles auf den letzten Drücker erledigen, Essen vergessen, Prosecco trinken.
Autosave-File vom d-lab2/3 der AgfaPhoto GmbH„So kommst du nirgendwo hin“ als Titel für eine Ausstellung klingt nicht besonders überzeugt. Ist es manchmal auch nicht. Mir ist es wichtig, kritisch mit dem zu sein, was man da macht, sich selber nicht zu ernst zu nehmen. Das nimmt den Spaß und die Flexibilität. Ich habe feststellen dürfen, dass die Gäste die Fotos völlig unterschiedlich betrachtet haben. Logisch, Geschmacksfrage. Aber es gab die, die nur drüber gucken, die ein Foto sehen, die sehen was drauf ist, es erkennen und dann das nächste ansehen. Und dann gibt es die, die Rätsel raten, die wissen wollen, was da los ist, die den Titel lesen, die nachdenken und spielen. Spielende Menschen, wie herrlich ist das? Das hat mich am meisten gefreut – mehr als jedes „Schöne Fotos!“ Es sind nämlich nicht alles schöne Fotos. Manche sind hässlich, unansehnlich, langweilig, kitschig, technisch schlecht, pathetisch, oder wirr. Deshalb sind sie in der Ausstellung gelandet. Autosave-File vom d-lab2/3 der AgfaPhoto GmbH
Merke: Nachts um zwei dann nochmal auf 500 Umdrehungen die Kamera auspacken, stößt bei Mitmenschen auf Ungnade.  Autosave-File vom d-lab2/3 der AgfaPhoto GmbH
Zustand Heimweg Vernissage (Symbolbild) Danke für die Eskorte und das Ertragen!Autosave-File vom d-lab2/3 der AgfaPhoto GmbH
Zur Finissage bin ich gefragt worden, was ich denn als nächstes plane. Wo meine Bilder nach dieser Ausstellung hinkommen. Erstmal in die Mappe. Die mag ich vorerst nicht mehr sehen. Ich habe Lust auf was neues. Filme selber entwickeln (so wie diesen), mehr serielles Arbeiten mit Projektcharakter und endlich noch mehr Menschen vor die Kamera holen, die das dann freiwillig machen. 🙂
Autosave-File vom d-lab2/3 der AgfaPhoto GmbH
Walter & Band mit Massen.

Technikgelaber:
Die Minolta hat sich auch mit mir als betrunkene Fotografin unter widrigen Lichtverhältnissen locker durch die 1/30 Sekunde geschlagen. Den Kodak T-Max habe ich neu ausprobiert und martialisch in den ADOX Adonal geworfen. Es kam kein Rauch, aber eine gehörige Portion Korn. Das führt die superteure Silberkristallbeschichtung, die ein feinstes Korn verspricht, ad absurdum. Aber ich bin zu geizig, um extra einen anderen Entwickler zu kaufen.