I fell 4 you in Vietnam


Ich entscheide mich, meinen Sidecut nachzuschneiden, während ich darauf warte, dass die Tiefkühlpizza fertig wird. Der Langhaarschneider brummt mir ins Ohr. Es ist 4 Uhr morgens. Die Sonne geht auf und alles ist tot. Bevor ich schlaflos im Bett liege und mir über meinen Tod und denselbigen geliebter Menschen Sorgen mache, muss ich etwas tun.

Ich fühle mich seltsam ausgeschlafen. Wach, wie bei einer Eingebung.

Als ich mich auf den Boden setze – zwischen den toten Haarbüscheln und mich im Spiegel ansehe, weiß ich, dass da noch mehr ist und dass es meine Aufgabe ist. Die fehlenden Haare lassen mich wie eine Kriegerin aussehen. Ich male mir mit schwarzem Lippenstift einen Kreis ums linke Auge und von der Unterlippe senkrecht über mein Kinn einen dicken Strich.

Dann verbrenne ich mir die Zunge, obwohl ich seltsam redselig bin. Besser, als mit dem Kopf gegen die Wand zu schlagen.

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Dieser Fetzen aus Baumwolle, den ich trage, ist jetzt mein Kettenhemd und die Jacke meine Rüstung. Ungeduscht verlasse ich die Wohnung. Bin nur mal eben Zigaretten holen. Der Sommer ist da. Das Laub aus dem letzten Jahr glitzert wie Bernstein in der Sonne, die kaum wärmt. Man muss genau hinspüren um einen Hauch Wärme zu bekommen.

Ich kann mich in den Rinnstein legen und darauf warten, dass jemand kommt und mich anschreit. Von hier aus kann man gut die Ameisen zählen. Sie sehen so beschäftigt aus, dass ich ihnen meine Geschichten lieber vorenthalte. Während ich wegträume strecke ich meine Arme aus. Meine Fingerspitzen berühren den Stahl der Gleise. Gleich wenn sie kommt, verliere ich eins oder mehrere Fingerglieder. Vermutlich fühlt es sich dann so an, wie das Knacken, als meine Freundin meine Finger in der Schiebetür eines VW-Busses einklemmt. Erst kommt der Schock, dann blutet es und Jahre später können alle Beteiligten drüber lachen. Die Bahn rumpelt und quietscht vorbei, Staub wirbelt in mein Gesicht. Mit dem Zeigefinger zerdrücke ich eine Ameise. Dann kommen sie und holen mich. Meine Rüstung schützt mich. Wehrhaft wie ich bin, halte ich mein brennendes Feuerzeug in die Höhe. Fauchend weichen sie zurück. Ich werde sie blenden, bis sie blind sind und mich verstecken, bis mich niemand findet. So schnell kriegen sie mich nicht [klein].
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2018

So kommst du nirgendwo hin – Ausstellung

Betrifft: Ausstellung.
Noch viel wichtiger als das Blaue Wunder und Visitenkarten ist für mich im April nämlich die lang ersehnte  Ausstellung beim KrAss UnARTig e.V.. Ich bin jedes Mal ein bisschen hibbelig, wenn ich dran denke und bin jetzt schon dankbar und voller Ehrfurcht für alle die mich unterstützen und das möglich machen.
Die letzten Tage waren Vorbereitung und Aufbau gewidmet.
Morgen, am 15.04. um 18 Uhr ist offizielle Eröffnung und jeder der es noch nicht mitbekommen hat, ist natürlich herzlich eingeladen. Bis zum 29.04. habt ihr die Gelegenheit euch in Ruhe verschiedenste Arbeiten der letzten zwei Jahre unter dem Titel „So kommst du nirgendwo hin“ zu gönnen.

Geöffnet ist bis zum 29.04. immer ab 17.15 Uhr bis 19.30 Uhr. Außer Sonntags und Ostermontag.

Hier gehts zur Facebook-Veranstaltung mit Adresse und weiterem Geschniggel.

Jedenfalls sind die letzten Tage und Wochen eine gute Gelegenheit, sich mal zu fragen, was genau man da eigentlich macht. Ganz sicher bin ich noch nicht, aber ich hoffe, dass sich viele interessante Gespräche ergeben werden. Bisher kann ich aber sagen, dass es sich lohnt, immer weiterzumachen, sich zu verbessern, umzudenken und künstlerisch zu verdichten.

Für Mai ist dann auch schon wieder eine Veranstaltung für die Hinterhof-Konzerte in the making. Diesmal kein Konzert, sondern eine Lesung. Das kann ich bereits verraten. Die Nachbarn schlackern schon mit den Ohren und ich freue mich auf zahlreiche Gäste.

Flyerfertig2